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  • EKAS-Richtlinie Nr. 6512 Arbeitsmittel
  • Ergänzungsband
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337.8 Gehörschutz

Art. 5 und 38 VUV

A. Wann sind Gehörschutzmittel zu tragen?

  • Wenn die Grenzwerte für gehörgefährdenden Lärm (331.4) nicht eingehalten werden können.
  • Gehörschutzmittel unbedingt während der gesamten Lärmbelastung ununterbrochen tragen.

B. Welche Gehörschutzmittel gibt es?

  1. Gehörschutzpfropfen aus Dehnschaumstoff
  2. Gehörschutzpfropfen aus Kunststoff
  3. Gehörschutzkapseln
  4. Gehörschutzbügel
  5. Gehörschutzwatten
  6. Otoplastiken

1. Gehörschutzpfropfen aus Dehnschaumstoff

Sie können mehrmals, aber nicht unbeschränkt eingesetzt werden. Aus hygienischen Gründen ist es vorteilhaft, die Gehörschutzpfropfen in Kunststoffboxen abzugeben. Gehörschutzpfropfen aus Dehnschaumstoff passen sich jedem Gehörgang einwandfrei an.

2. Gehörschutzpfropfen aus Kunststoff

Sie können längere Zeit verwendet werden. Sie eignen sich auch, wenn andere Gehörschutzmittel aus Hygienegründen (schmutzige Arbeitsbedingungen oder erhöhte Temperatur) nicht in Frage kommen. Gehörschutzpfropfen aus Kunststoff können unter fliessendem Wasser gereinigt werden.

3. Gehörschutzkapseln

Sie können leicht und schnell aufgesetzt werden und sind deshalb für kurzzeitige Einsätze besonders geeignet. Eine zusammenklappbare Gehörschutzkapsel schützt die Ohrpolster vor Verschmutzung. Muss das Gehör den ganzen Tag oder bei erhöhten Arbeitstemperaturen geschützt werden, sind Pfropfen oder Gehörschutzwatte vorzuziehen.

4. Gehörschutzbügel

Sie sind leicht aufzusetzen und können bei Nichtgebrauch um den Hals getragen werden. Für hohe Lärmpegel von L m > 90 dB(A) sind Gehörschutzbügel nicht geeignet.

5. Gehörschutzwatten

Sie sind für den einmaligen Gebrauch bestimmt. Sie passen sich jedem Gehörgang an. Eine dünne Folie umschliesst den Wattepfropfen; so können sich keine Fasern im Gehörgang ablagern. Handelsübliche Baumwollwatte ist kein Gehörschutz, da sie den Schall nur ungenügend dämmt.

6. Otoplastiken

Sie sind persönliche Gehörschützer, da sie für jeden Gehörgang individuell angefertigt werden. Sehr wichtig ist jedoch eine gute, dichte Passform und eine Nachkontrolle der Dichtheit nach ca. 2 Jahren.

C. Was ist bei der Benutzung eines Gehörschutzes zu beachten?

  • Andrückkraft muss korrekt sein (z. B. Kopfbügel nicht überdehnt).
  • Ohrpolster müssen intakt und elastisch sein (nicht spröde oder verhärtet).
  • Pfropfen aus Dehnschaumstoff müssen sauber sein und aufquellen.
  • Gehörschutzpfropfen aus Dehnschaumstoff genügend rollen und während der Ausdehnphase (30 Sekunden) «den Finger drauf-halten».
  • Die an einem Bügel befestigten Pfropfen nicht nur am Gehörgang einhängen, sondern richtig andrücken, sonst ist nicht gewährleistet, dass der Gehörgang dicht verschlossen ist.
  • Darauf achten, dass der Lärm mit Gehörschutz subjektiv deutlich leiser (weniger als halb so laut) wahrgenommen wird.

Richtwerte für die Lebensdauer der Gehörschutzmittel in der Praxis

  • Pfropfen aus Dehnschaumstoff: 1 bis 7 Tage
  • Pfropfen aus Kunststoff: 2 Monate bis 1 Jahr
  • Gehörschutzbügel: 2 Monate bis 1 Jahr
  • Otoplastische Gehörschutzmittel: bis zu 5 Jahren (mit Nachkontrollen)
  • Gehörschutzkapseln: Bei regelmässiger Verwendung alle 3 bis 4 Jahre ersetzen, jedes Jahr Ohrpolster überprüfen und allenfalls ersetzen.

Hygiene und Pflege

  • Kapseln (mindestens die Ohrpolster) wöchentlich mit einem feuchten Lappen reinigen.
  • Pfropfen aus Kunststoff können mehrmals gewaschen werden (von Hand).

Der Lieferant von Gehörschutzmitteln ist eingehend darüber zu informieren, gegen welche Einwirkungen und bei welchen Bedingungen der Gehörschutz zu schützen hat, respektive zu tragen ist.

Regelwerke und weitere Information zu Gehörschutz siehe (1337.8)