• Begriffe
  • 200 Angaben zum UVG und zur UVV
  • 300 Angaben zur VUV: Geltungsbereich, Pflichten der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, ASA-Beizug
  • 307A Angaben zur VUV: Beizug von Arbeitsärzten und anderen Spezialisten der Arbeitssicherheit (ASA-Beizug)
  • 309A Angaben zur VUV: Gebäude und andere Konstruktionen
  • 321A Angaben zur VUV: Arbeitsmittel
  • 330A Angaben zur VUV: Arbeitsumgebung
    • 330 Lüftung im Arbeitsbereich
      • 330.1 Begriff "Lüftung"
      • 330.2 Schutzziel "Lüftung"
      • 330.3 Natürliche Lüftung
      • 330.4 Künstliche Lüftung
      • 330.5 Frischluftzufuhr zum Ausgleich eines Unterdruckes
      • 330.6 Luftrückführung
      • 330.7 Sturmlüftung
      • 330.8 Andere Sicherheitsmassnahmen, Arbeiten in sauerstoffreduzierter Atmosphäre, Lüftung Untertagarbeiten
    • 331 Lärm in der Arbeitsumgebung
    • 332 Vibration in der Arbeitsumgebung
    • 333 Beleuchtung der Arbeitsumgebung
    • 334 Explosions- und Brandgefahr in der Arbeitsumgebung
    • 335 Instandhaltung und Abfallbeseitigung
  • 336A Angaben zur VUV: Arbeitsorganisation
  • 351 Angaben zur VUV: Organisation der Aufsicht
  • 381 Angaben zur VUV: Vollzug der Vorschriften über die Arbeitssicherheit (Durchführungsverfahren)
  • 400 Angaben zur VUV: Arbeitsmedizinische Vorsorge
  • 431 Angaben zur VUV: Finanzierung der Kosten der Aufsicht
  • 450A Verfahren und Rechtspflege, Schlussbestimmungen der VUV
  • 500A Angaben zu weiteren Erlassen
  • EKAS-Richtlinie Nr. 6508 über den Beizug von Arbeitsärzten und anderen Spezialisten der Arbeitssicherheit
  • EKAS-Richtlinie Nr. 6512 Arbeitsmittel
  • Ergänzungsband
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330.4 Künstliche Lüftung

Art. 33 VUV

Künstliche Lüftung ist notwendig, wo die natürliche Lüftung nicht ausreicht um eine gezielte Luftführung und einen genügenden Luftdurchsatz zu erreichen. Die Realisierung der Lüftung soll nach folgendem Konzept und in der genannten Prioritätsreihenfolge geschehen:

  1. Geschlossene Systeme
    Geschlossene Systeme mit direkter Entlüftung müssen überall dort angewandt werden, wo dies technisch möglich ist.

  2. Quellenabsaugung
    Allfällig austretende Schadstoffe müssen an der Quelle erfasst werden, so dass sie nicht in den Atembereich der Arbeitnehmer gelangen können. Dieses Erfassen kann zum Beispiel dadurch geschehen,

    • dass für Farb- und Lackierarbeiten Spritzkapellen und Spritzstände verwendet werden
    • dass in der Galvanik Randabsaugungen, Blas- oder Saugeinrichtungen oder
    • dass bei Bädern für Oberflächenbehandlungen - Absaugeinrichtungen angebracht werden
    • dass bei Schleif- und Polierarbeiten integrierte Verschalungen oder angenäherte Verschalungen mit Absaugungen verwendet werden,
    • dass bei Schweissarbeiten Kapellen, Tischabsaugungen, Schweisserschilde mit direkter Absaugung oder schwenkbare Absaugstutzen verwendet werden,
    • dass zum Mahlen, Mischen und Abfüllen von Feststoffen Absaugungen bei Einfüll- und Austragsöffnungen angebracht werden.

      Beim Gestalten dieser Einrichtungen sind neben der Arbeitsweise die Art der abzusaugenden Stoffe sowie ihr spezifisches Gewicht und ihre Richtung und Geschwindigkeit (wenn sie fortgeschleudert werden wie z.B. an Schleif- oder Holzbearbeitungsmaschinen) zu berücksichtigen. Zu beachten ist, dass die Wirkung von Absauganlagen mit zunehmender Entfernung von den Saugöffnungen sehr rasch abnimmt (mit einer Entfernung, die dem Durchmesser der Lüftungsöffnung entspricht, sinkt die Luftgeschwindigkeit auf ungefähr 10%).

  3. Raumlüftung
    Falls die in den Raum austretenden Schadstoffe nicht oder nicht vollständig an der Quelle erfasst werden können, sind sie durch eine Raumlüftung zu beseitigen, zum Beispiel
    • in Farbspritzräumen
    • bei Unterflur liegenden Einstellhallen für Motorfahrzeuge.