• Begriffe
  • 200 Angaben zum UVG und zur UVV
  • 300 Angaben zur VUV: Geltungsbereich, Pflichten der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, ASA-Beizug
  • 307A Angaben zur VUV: Beizug von Arbeitsärzten und anderen Spezialisten der Arbeitssicherheit (ASA-Beizug)
  • 309A Angaben zur VUV: Gebäude und andere Konstruktionen
  • 321A Angaben zur VUV: Arbeitsmittel
    • 321 Grundsatz für Arbeitsmittel
      • 321.1 Begriff "Arbeitsmittel"
      • 321.2 Schutzziel "Arbeitsmittel einsetzen"
      • 321.3 Arbeitsmittel einsetzen
      • 321.4 Anleitungen (Betriebsanleitungen, Bedienungsanleitungen und Instandhaltungsanleitungen)
      • 321.5 Beachten der gebotenen Sorgfalt
      • 321.6 Einsetzen von Maschinen
      • 321.7 Selbstgebaute Arbeitsmittel
      • 321.8 Gestaltung (Entwicklung, Konstruktion) von Arbeitsmitteln
      • 321.9 Sicherheitsabstände (Sicherheitsabstand), Mindestabstände
      • 321.10 Durch die menschliche Arbeitskraft betriebene Arbeitsmittel
      • 321.11 Arbeitsmittel (vor dem 31.12.1996 erstmals eingesetzt)
    • 322 Belastbarkeit von Arbeitsmitteln
    • 323 Gestaltung von Arbeitsmitteln im Zusammenhang mit ihrer Reinigung
    • 324 Zugänglichkeit zu und an Arbeitsmitteln
    • 325 Schutzeinrichtungen an Arbeitsmitteln
    • 326 Zündquellen an Arbeitsmitteln
    • 327 Steuerungen und Schalteinrichtungen an Arbeitsmitteln
    • 328 Behälter und Leitungen
    • 329 Feuerungsanlagen für technische Zwecke
    • 329A Arbeitsmittel verwenden
    • 329B Instandhaltung von Arbeitsmitteln
  • 330A Angaben zur VUV: Arbeitsumgebung
  • 336A Angaben zur VUV: Arbeitsorganisation
  • 351 Angaben zur VUV: Organisation der Aufsicht
  • 381 Angaben zur VUV: Vollzug der Vorschriften über die Arbeitssicherheit (Durchführungsverfahren)
  • 400 Angaben zur VUV: Arbeitsmedizinische Vorsorge
  • 431 Angaben zur VUV: Finanzierung der Kosten der Aufsicht
  • 450A Verfahren und Rechtspflege, Schlussbestimmungen der VUV
  • 500A Angaben zu weiteren Erlassen
  • EKAS-Richtlinie Nr. 6508 über den Beizug von Arbeitsärzten und anderen Spezialisten der Arbeitssicherheit
  • EKAS-Richtlinie Nr. 6512 Arbeitsmittel
  • Ergänzungsband
Deutsch |
Français |
Italiano

321.8 Gestaltung (Entwicklung, Konstruktion) von Arbeitsmitteln

Art. 24 VUV

Grundsätze für die Integration der Sicherheit von Arbeitsmitteln

Bei der verantwortungsbewussten Anwendung dieser Grundsätze sind nicht nur Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, sondern auch Verbraucher- und Umweltschutz einzubeziehen. Ausserdem müssen alle Massnahmen getroffen werden, Gefährdungen während der gesamten Lebensdauer eines Arbeitsmittels auszuschliessen, die mit der Konzipierung beginnt und mit der Entsorgung endet.
Bei der Auswahl der Sicherheitsmassnahmen ist darauf zu achten, dass diese nicht rein wirtschaftlichen Überlegungen untergeordnet werden. Für die Auswahl ist die folgende Reihenfolge festgelegt:

  1. Sicherheit
  2. Funktion
  3. Kosten

Bei der Konzeption von Arbeitsmitteln müssen Risikobeurteilungen gemacht werden, und im Rahmen eines Sicherheitskonzeptes ist für jede Gefährdung von Personen eine geeignete Sicherheitsmassnahme zu treffen. Dabei sind die drei Schritte wie nachfolgend beschrieben einzuhalten:

1. Schritt: Anwenden der unmittelbaren Sicherheitstechnik

Integrieren des Sicherheitskonzeptes (Risikominderung) in die Entwicklung, Konstruktion und Bau des Arbeitsmittels, so dass Gefährdungen möglichst vermieden werden.
Zur Risikominderung gehören folgende Massnahmen, die einzeln oder in Verbindung miteinander angewendet werden:

  • Vermeiden scharfer Kanten und Ecken, vorstehender Teile usw.
  • Arbeitsmittel eigensicher machen, z.B. durch Einhaltung der Mindestabstände (321.9) zwischen bewegten Teilen und betroffenen Körperteilen, Begrenzung der Betätigungskraft
  • Berücksichtigen aller fachtechnischer Regeln über die Gestaltung von Arbeitsmitteln z.B. durch Wahl der entsprechenden mechanischen Beanspruchungsart, Werkstoffe, Schnitttiefe (Spandickenbegrenzung) etc.
  • Verwendung von eigensicheren Techniken, Verfahren, Energieversorgung z.B. voll pneumatische oder hydraulische Steuersysteme und Antriebe in explosionsfähiger Atmosphäre, "eigensichere" elektrische Betriebsmittel, Verwendung von feuerbeständigenund ungiftigen Flüssigkeiten (Hydraulik), Verwendung von gesundheitsgefährdenden Stoffen
  • Die Beachtung ergonomischer Prinzipien trägt in der Gestaltung von Arbeitsmitteln zu grösserer Sicherheit dadurch bei, dass die Belastung und physische Anstrengung des Betreibers verringert und damit die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Verfahrens verbessert werden, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines menschlichen Fehlverhaltens in jedem Stadium des Arbeitsmittel Einsatzes reduziert wird.Weitere Informationen sind in verschiedenen Normen und Schriften festgehalten (1321.8a)
  • Anwendung von Sicherheitsgrundsätzen bei der Konstruktion von Steuersystemen (327)
  • Vermeidung von Gefährdungen durch pneumatische und hydraulische Ausrüstungen
  • Verhütung elektrischer Gefährdung (1321.8b)
  • Begrenzung durch Gefährdungsexposition durch Zuverlässigkeit der Ausrüstung
    Erhöhte Zuverlässigkeit aller Bauteile eines Arbeitsmittels mindert die Häufigkeit von Zwischenfällen, die behoben werden müssen, und reduziert so die Gefährdungsexposition (Instandhaltung: (329A).
  • Begrenzung der Gefährdungsexposition durch Mechanisierung oder Automatisierung von Be- und Entladearbeiten
    Bei solchen Arbeitsmitteln (Roboter, Transfermechanismen etc.) muss besonders darauf geachtet werden, dass beim Sonderbetrieb und der Instandhaltung nicht neue Gefährdungen geschaffen werden
  • Begrenzung der Gefährdungsexposition durch Anordnung der Einstell- und Wartungsstellen ausserhalb von Gefahrenbereichen. Die Notwendigkeit des Zugangs zu den Gefahrenbereichen soll durch Anordnung der Wartungs-, Schmier- und Einstellarbeiten ausserhalb dieser Bereiche ausgeschlossen oder eingeschränkt werden.

2. Schritt: Anwenden der mittelbaren Sicherheitstechnik

Gefährdungen die im ersten Schritt nicht vermieden oder ausreichend konstruktiv begrenzt werden konnten durch geeignete technische Schutzmassnahmen vermeiden oder vermindern.
Technische Schutzmassnahmen sind:

3. Schritt: Anwenden der hinweisenden Sicherheitstechnik

In diesem 3. Schritt wird der Anwender (Betreiber) über die verbleibenden Risiken unterrichtet.
Hinweisende Sicherheitstechnik sind z.B. Sicherheitszeichen, Signale, Symbole, Diagramme. Zentrales Informationsmittel sind jedoch die zu jedem Arbeitsmittel gehörenden Begleitunterlagen (insbesondereBetriebanleitung (321.4). Die Begleitunterlagen sind integraler Bestandteil der Arbeitsmittel.