• Begriffe
  • 200 Angaben zum UVG und zur UVV
  • 300 Angaben zur VUV: Geltungsbereich, Pflichten der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, ASA-Beizug
  • 307A Angaben zur VUV: Beizug von Arbeitsärzten und anderen Spezialisten der Arbeitssicherheit (ASA-Beizug)
  • 309A Angaben zur VUV: Gebäude und andere Konstruktionen
  • 321A Angaben zur VUV: Arbeitsmittel
    • 321 Grundsatz für Arbeitsmittel
    • 322 Belastbarkeit von Arbeitsmitteln
    • 323 Gestaltung von Arbeitsmitteln im Zusammenhang mit ihrer Reinigung
    • 324 Zugänglichkeit zu und an Arbeitsmitteln
    • 325 Schutzeinrichtungen an Arbeitsmitteln
    • 326 Zündquellen an Arbeitsmitteln
    • 327 Steuerungen und Schalteinrichtungen an Arbeitsmitteln
    • 328 Behälter und Leitungen
    • 329 Feuerungsanlagen für technische Zwecke
    • 329A Arbeitsmittel verwenden
      • 329A.1 Begriff "Arbeitsmittel verwenden"
      • 329A.2 Schutzziel "Arbeitsmittel verwenden"
      • 329A.3 Arbeitsmittel bestimmungsgemäss verwenden
      • 329A.4 Arbeitsmittel aufstellen und integrieren
      • 329A.5 Ergonomische Grundsätze bei der Verwendung von Arbeitsmitteln
      • 329A.6 Überprüfen von montierbaren Arbeitsmitteln mit wechselndem Einsatzort
      • 329A.7 Wesentlich geänderte Arbeitsmittel verwenden
    • 329B Instandhaltung von Arbeitsmitteln
  • 330A Angaben zur VUV: Arbeitsumgebung
  • 336A Angaben zur VUV: Arbeitsorganisation
  • 351 Angaben zur VUV: Organisation der Aufsicht
  • 381 Angaben zur VUV: Vollzug der Vorschriften über die Arbeitssicherheit (Durchführungsverfahren)
  • 400 Angaben zur VUV: Arbeitsmedizinische Vorsorge
  • 431 Angaben zur VUV: Finanzierung der Kosten der Aufsicht
  • 450A Verfahren und Rechtspflege, Schlussbestimmungen der VUV
  • 500A Angaben zu weiteren Erlassen
  • EKAS-Richtlinie Nr. 6508 über den Beizug von Arbeitsärzten und anderen Spezialisten der Arbeitssicherheit
  • EKAS-Richtlinie Nr. 6512 Arbeitsmittel
  • Ergänzungsband
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329A.5 Ergonomische Grundsätze bei der Verwendung von Arbeitsmitteln

Art. 32a Abs. 2 VUV
Art. 3 , 23 ArGV3
EKAS-Richtlinie 6512 "Arbeitsmittel" Ziff 5.2

Der Arbeitsplatz und die Körperhaltung, die die Arbeitnehmer bei der Benutzung der Arbeitsmittel (321.1) einnehmen müssen, sowie die ergonomischen Grundsätze (1321.8) sind vom Arbeitgeber bei der Anwendung der Mindestvorschriften für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz in jeder Hinsicht zu berücksichtigen.

Arbeitsmittel und Arbeitsplätze müssen so gestaltet sein, dass in bequemer und natürlicher Haltung gearbeitet werden kann. Zu vermeiden ist ein längeres Arbeiten

  • mit gebeugtem Rücken oder hochgezogenen Schultern
  • mit verdrehtem Kopf oder verdrehtem Oberkörper
  • mit Seitenlage der Wirbelsäule
  • mit angezogenen, gestreckten oder seitlich abgewinkelten Beinen
  • mit ungestützter Feinmotorik (Hand-/Armbewegungen mit Präzision)
  • in verkrampfter Haltung
  • in der Hocke, im Bücken, im Knien
  • über Kopf
  • in immer gleicher anstrengender oder ermüdender Haltung oder
  • mit Schmerzen am Bewegungsapparat.

Soweit das Arbeitsverfahren oder der Produktionsprozess hinsichtlich der Abmessungen nicht zwingend bestimmte Vorgaben machen, richten sich die Gestaltung von Arbeitsmitteln und Arbeitsplätzen nach den Gesetzen der Anthropometrie und Physiologie. Bei Gestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsmitteln sind nach Möglichkeit die Körpermasse von 95 % aller Männer und Frauen zu berücksichtigen. Die prozentualen Grenzwerte nennt man «Perzentile». Insgesamt gilt es, einen Körpergrössenanteil vom 5. Perzentil der Frauen (nur 5% der Frauen sind kleiner) bis zum 95. Perzentil der Männer (nur 5% der Männer sind grösser) abzudecken. Für Menschen, die nicht in diesen Grössenbereich fallen, sind Sonderlösungen erforderlich.

Wo immer möglich sollen Arbeitsmittel eingesetzt werden, die verstellbar sind und der Körpergrösse und Tätigkeit (Werkstück, Werkzeug, Krafteinsatz) angepasst werden können. Sobald sich mehrere Personen einen Arbeitsplatz teilen, können die Anforderungen hinsichtlich bequemer und natürlicher Körperhaltung nur noch mit verstellbaren Arbeitsmitteln erfüllt werden. Maschinen und Arbeitsflächen lassen sich in vielen Fällen nicht höhenverstellbar gestalten. In solchen Fällen kann durch Höhenverstellung der Standfläche (Podest) eine Lösung gefunden werden.

Bei Sitzarbeitsplätzen müssen die Beinabmessungen einer grossen Person des 95. Perzentils berücksichtigt werden. Bei Reichweiten der Arme ist der Wert des 5. Perzentils massgebend. Da Arbeitsmittel zur Benutzung durch Frauen und Männer gestaltet werden, ist von den jeweiligen Perzentilen beider Geschlechter auszugehen.

Weitergehende Informationen zum Thema siehe 1329A.5 + 1324.4.