• Begriffe
  • 200 Angaben zum UVG und zur UVV
  • 300 Angaben zur VUV: Geltungsbereich, Pflichten der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, ASA-Beizug
    • 302 Geltungsbereich der Vorschriften über die Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten (Arbeitssicherheit)
    • 305 Pflichten der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer in der Arbeitssicherheit
      • 306 Pflichten der Arbeitgeber in der Arbeitssicherheit
        • 306.1 Grundsätzliche Pflichten des Arbeitgebers zur Wahrung der Arbeitssicherheit
        • 306.2 Nach der Erfahrung notwendig
        • 306.3 Nach dem Stande der Technik anwendbar
        • 306.4 Den gegebenen Verhältnissen angemessen
        • 306.5 Beizug des Arbeitnehmers
        • 306.6 Konkretisierte Pflichten des Arbeitgebers
        • 306.7 Erforderliche Anordnungen und Schutzmassnahmen treffen
        • 306.8 Schutzmassnahmen und Schutzeinrichtungen in ihrer Wirksamkeit erhalten
        • 306.9 Anpassung der Schutzmassnahmen und Schutzeinrichtungen bei Änderung an Bauten, Gebäudeteilen und Arbeitsmitteln
        • 306.10 Vorübergehende Einstellung der Arbeit
        • 306.11 PSA (Persönliche Schutzausrüstungen)
        • 306.12 Information und Anleitung der Arbeitnehmer
        • 306.13 Übertragung von Aufgaben an Arbeitnehmer
        • 306.14 Vorkehren bei Arbeiten mit besonderen Gefahren
        • 306.15 Zusammenwirken mehrerer Betriebe / Aufträge an Dritte
        • 306.16 Temporärarbeit
        • 306.17 Mitwirkungsrechte / Mitspracherechte der Arbeitnehmer
      • 307 Pflichten der Arbeitnehmer in der Arbeitssicherheit
  • 307A Angaben zur VUV: Beizug von Arbeitsärzten und anderen Spezialisten der Arbeitssicherheit (ASA-Beizug)
  • 309A Angaben zur VUV: Gebäude und andere Konstruktionen
  • 321A Angaben zur VUV: Arbeitsmittel
  • 330A Angaben zur VUV: Arbeitsumgebung
  • 336A Angaben zur VUV: Arbeitsorganisation
  • 351 Angaben zur VUV: Organisation der Aufsicht
  • 381 Angaben zur VUV: Vollzug der Vorschriften über die Arbeitssicherheit (Durchführungsverfahren)
  • 400 Angaben zur VUV: Arbeitsmedizinische Vorsorge
  • 431 Angaben zur VUV: Finanzierung der Kosten der Aufsicht
  • 450A Verfahren und Rechtspflege, Schlussbestimmungen der VUV
  • 500A Angaben zu weiteren Erlassen
  • EKAS-Richtlinie Nr. 6508 über den Beizug von Arbeitsärzten und anderen Spezialisten der Arbeitssicherheit
  • EKAS-Richtlinie Nr. 6512 Arbeitsmittel
  • Ergänzungsband
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306.1 Grundsätzliche Pflichten des Arbeitgebers zur Wahrung der Arbeitssicherheit

Art. 82 Abs. 1, 2 UVG

Die Pflichten des Arbeitgebers in Bezug auf die Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten sind im Grundsatz in Art. 82 Abs. 1 und 2 UVG festgeschrieben (1306.1).

Das Arbeitsgesetz (ArG) enthält keine direkte Verpflichtung des Arbeitgebers zur Wahrung der Arbeitssicherheit. Hingegen umschreibt der Artikel 6 ArG die Pflichten des Arbeitgebers in Bezug auf den Gesundheitsschutz und die persönliche Integrität der Arbeitnehmer (501). Die Art. 7 und 8 ArG regeln die Plangenehmigung und die Betriebsbewilligung, die im Wesentlichen ebenfalls der Wahrung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes dienen, allerdings nicht im laufenden Betrieb, sondern im Hinblick auf die Errichtung oder Umgestaltung (Änderung) eines Betriebs oder Betriebsteils.

Die Pflicht, den Arbeitnehmer vor Berufsunfällen und Berufskrankheiten zu schützen, liegt ganz beim Arbeitgeber, das heisst bei der obersten Leitung eines Betriebes. Diese hat somit dafür zu sorgen, dass eine zweckmässige Organisation zum Gewährleisten der gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitssicherheit geschaffen wird. Sie muss die hiefür notwendigen personellen und materiellen Mittel zur Verfügung stellen.

Die Pflicht des Arbeitgebers gilt aber nach Art. 82 Abs. 1 UVG nicht uneingeschränkt. Es wird vielmehr von ihm verlangt, dass er all jene Massnahmen zur Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten trifft, die

  • nach der Erfahrung notwendig (306.2),
  • nach dem Stand der Technik anwendbar (306.3) und
  • den gegebenen Verhältnissen angemessen (306.4) sind.

Der Arbeitgeber hat nicht allein für die Arbeitssicherheit zu sorgen. Vielmehr muss er nach Art. 82 Abs. 2 UVG auch die Arbeitnehmer zur Mitwirkung bei der Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten heranziehen (306.5).