• Begriffe
  • 200 Angaben zum UVG und zur UVV
  • 300 Angaben zur VUV: Geltungsbereich, Pflichten der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, ASA-Beizug
  • 307A Angaben zur VUV: Beizug von Arbeitsärzten und anderen Spezialisten der Arbeitssicherheit (ASA-Beizug)
  • 309A Angaben zur VUV: Gebäude und andere Konstruktionen
  • 321A Angaben zur VUV: Arbeitsmittel
  • 330A Angaben zur VUV: Arbeitsumgebung
  • 336A Angaben zur VUV: Arbeitsorganisation
  • 351 Angaben zur VUV: Organisation der Aufsicht
  • 381 Angaben zur VUV: Vollzug der Vorschriften über die Arbeitssicherheit (Durchführungsverfahren)
  • 400 Angaben zur VUV: Arbeitsmedizinische Vorsorge
  • 431 Angaben zur VUV: Finanzierung der Kosten der Aufsicht
  • 450A Verfahren und Rechtspflege, Schlussbestimmungen der VUV
  • 500A Angaben zu weiteren Erlassen
  • EKAS-Richtlinie Nr. 6508 über den Beizug von Arbeitsärzten und anderen Spezialisten der Arbeitssicherheit
  • EKAS-Richtlinie Nr. 6512 Arbeitsmittel
    • 1 Gesetzliche Grundlagen (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)
    • 2 Zweck (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)
    • 3 Begriffe und Anwendungsbereich (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)
    • 4 Arbeitsmittel einsetzen (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)
    • 5 Arbeitsmittel verwenden (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)
    • 6 Arbeitsmittel instand halten (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)
    • 7 Zugänglichkeit und Arbeitsplätze (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)
    • 8 Schutzeinrichtungen und Schutzmassnahmen (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)
      • 8.1 Schutz vor bewegten Teilen (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)
      • 8.2 Schutz vor Gefährdung durch bewegte Bearbeitungswerkzeuge (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)
      • 8.3 Schutz vor Gefährdung durch unabsichtliches Berühren von heissen oder kalten Teilen, vor herausgeschleuderten oder herunterfallenden Gegenständen und austretenden Stoffen (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)
      • 8.4 Schutz vor Bränden und Explosionen (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)
      • 8.5 Schutz vor Gefährdung wegen ungeeigneter Beleuchtung (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)
      • 8.6 Schutz vor Gefährdung durch Lärm und Vibrationen (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)
      • 8.7 Schutz vor Gefährdung durch Strahlen (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)
      • 8.8 Schutz vor Gefährdungen durch Elektrizität (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)
    • 9 Steuer- und Schalteinrichtungen (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)
    • 10 Inkraftsetzung (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)
  • Ergänzungsband
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8.3 Schutz vor Gefährdung durch unabsichtliches Berühren von heissen oder kalten Teilen, vor herausgeschleuderten oder herunterfallenden Gegenständen und austretenden Stoffen (EKAS-RL 6512 Arbeitsmittel)

Art. 28 VUV Schutzeinrichtungen und Schutzmassnahmen

3 Arbeitsmittel, die beim unabsichtlichen Berühren von heissen oder sehr kalten Teilen oder durch herausgeschleuderte oder herunterfallende Gegenstände oder austretende Stoffe oder Gase eine Gefährdung der Arbeitnehmer darstellen, sind mit Schutzeinrichtungen auszurüsten oder es sind geeignete Schutzmassnahmen zu treffen.
4 Arbeitsmittel, die mit einer Schutzeinrichtung ausgerüstet sind, dürfen nur dann verwendet werden, wenn sich die Schutzeinrichtung in Schutzstellung befindet oder im Sonderbetrieb der Schutz auf andere Weise gewährleistet wird.

Art. 44 VUV Umgang mit gesundheitsgefährdenden Stoffen

1 Werden gesundheitsgefährdende Stoffe hergestellt, verarbeitet, verwendet, konserviert, gehandhabt oder gelagert, so müssen diejenigen Schutzmassnahmen getroffen werden, die aufgrund der Eigenschaften dieser Stoffe notwendig sind. Treten derartige Stoffe im Verlauf von Arbeitsprozessen auf, so sind ebenfalls die erforderlichen Sicherheitsmassnahmen zu treffen.
2 Wenn es die Sicherheit erfordert, müssen die Arbeitnehmer sich waschen oder andere Reinigungsmassnahmen treffen, namentlich vor Arbeitspausen und nach Beendigung der Arbeit. In solchen Fällen gilt die für Reinigungsmassnahmen verwendete Zeit als Arbeitszeit.
3 Konsumgüter, wie Nahrungsmittel, Getränke und Raucherwaren, dürfen mit gesundheitsgefährdenden Stoffen nicht in Kontakt kommen.

Art. 5 VUV Persönliche Schutzausrüstungen

Können Unfall- und Gesundheitsgefahren durch technische oder organisatorische Massnahmen nicht oder nicht vollständig ausgeschlossen werden, so muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmern zumutbare persönliche Schutzausrüstungen (PSA), wie Schutzhelme, Haarnetze, Schutzbrillen, Schutzschilde, Gehörschutzmittel, Atemschutzgeräte, Schutzschuhe, Schutzhandschuhe, Schutzkleidung, Schutzgeräte gegen Absturz und Ertrinken, Hautschutzmittel sowie nötigenfalls auch besondere Wäschestücke, zur Verfügung stellen. Er muss dafür sorgen, dass diese jederzeit bestimmungsgemäss verwendet werden können.

Schutzeinrichtungen zum Schutz vor Gefährdung durch unabsichtliches Berühren von heissen oder kalten Teilen sind:

  • Isolation
  • Trennende Schutzeinrichtung, z.B Verkleidung, Umzäunung

Wo aus produktionstechnischen Gründen das Anbringen von Schutzeinrichtungen nicht möglich ist, sind zur Annäherung an das Arbeitsmittel PSA, beispielsweise Handschuhe und Schutzbekleidung mit isolierenden Eigenschaften, zu tragen. Zusätzlich sind organisatorische Schutzmassnahmen notwendig. Am Arbeitsmittel oder am Arbeitsplatz sind Sicherheitszeichen und Zusatzzeichen anzubringen. Gebotszeichen weisen auf die sichere Arbeitsweise, Warnzeichen auf die Restgefahren und Verbotszeichen auf verbotenes Handeln hin.

Eine Gefährdung durch Herausschleudern oder Herunterfallen können beispielsweise folgende Gegenstände bewirken:

  • Bruchstücke von Bauteilen oder Bearbeitungswerkzeugen des Arbeitsmittels oder Bruchstücke des Arbeitsgutes
  • herunterfallende Transportgüter und Arbeitsstücke
  • Teile des Arbeitsmittels, die Endstellungen überfahren
  • Späne, Grobpartikel

Eine Gefährdung kann entstehen durch Austreten von:

  • Druckluft
  • Stäuben, Aerosolen, Rauch, Dämpfen, Gasen
  • Flüssigkeiten, Säuren, Laugen
  • Mikroorganismen

Je nach Gefährdung und je nach Arbeit und Tätigkeit, die am oder mit dem Arbeitsmittel auszuführen ist, eignen sich folgende Schutzeinrichtungen oder Schutzmassnahmen:

  • Anbringen einer trennenden Schutzeinrichtung mit zusätzlicher auffangender Funktion: feststehend, beweglich verriegelt ohne Zuhaltung oder beweglich verriegelt mit Zuhaltung (siehe Ziffer 8.1). Zum Schutz vor herunterfallenden Gegenständen können z.B. Fangnetze eingesetzt werden.
  • Anbringen einer Wegbegrenzung, z.B. Anschlag, Puffer
  • Verwenden von Bearbeitungswerkzeugen, die einen genügenden Sicherheitsfaktor gegen Zerbersten bei Überdrehzahl aufweisen.
  • Zurückhalten oder Ableiten von Stoffen an der Entstehungsquelle, z.B. durch Absaugung.
  • Verwenden von PSA zum Schutz von Augen und Gesicht vor herausgeschleuderten Spänen, Grobpartikeln und austretender Druckluft.
  • Verwenden von PSA wie Atemschutzgeräte, Schutzbrillen und Gesichtsschutzgeräte, Handschuhe aus Gummi oder Kunststoff sowie entsprechende Schutzanzüge zum Schutz vor austretenden Stoffen.

Zusätzlich sind organisatorische Schutzmassnahmen notwendig. Am Arbeitsmittel oder am Arbeitsplatz sind Sicherheitszeichen und Zusatzzeichen anzubringen. Gebotszeichen weisen dabei auf die Tragpflicht von PSA sowie die sichere Arbeitsweise, Warnzeichen auf die Restgefahren und Verbotszeichen auf verbotenes Handeln hin.